Medizin
Hinter dem Begriff der Medizin verbirgt sich so einiges. So beschreibt der Begriff der
Medizin aus wissenschaftlicher Sicht die Heilkunde. Aus ökonomischer Sicht beschreibt er einen der bedeutendsten
Wirtschaftssektoren. In der Tat ist die organisierte medizinische Versorgung nicht nur eine gesellschaftliche
Notwendigkeit. In unseren Breitengraden ist sie ein wirtschaftliches Geschehen gigantischen Ausmaßes.
Versicherungen, Infrastrukturen (Krankenhäuser etc.) und vor allem die Pharmaindustrie setzen Milliarden mit dem
Bedürfnis nach medizinischer Versorgung um.
In entsprechender Weise hat sich auch die Art und Beschaffenheit der anerkannten
Schulmedizin entwickelt. Heute erfolgt nahezu jede medizinische Behandlung in den dafür vorgesehenen öffentlichen
Einrichtungen (Krankenhäuser und Arztpraxen) nach dem Vorbild der Schulmedizin. Sowohl Ärzte für Allgemeinmedizin
als auch Fachärzte werden (wie die Bezeichnung schon sagt) im Sinne der Schulmedizin unterrichtet und behandeln
dementsprechend ihre Patienten. Dem liegt die Haltung zugrunde, dass die pharmazeutische orientierte Schulmedizin
die wissenschaftlichste Herangehensweise und über jeden Zweifel erhaben ist.
Jedoch wird im Windschatten der Schulmedizin auch eine andere Variante immer populärer: die
Naturheilkunde. Allerdings ist dieser Begriff mit Vorsicht zu genießen, da er nicht gerade scharf umgrenzt ist. So
ist der Begriff der Naturheilkunde mittlerweile ein Sammelbecken für alle medizinischen Disziplinen, die nicht der
Schulmedizin zugehörig sind. Insofern muss ein "Heilpraktiker" nicht viel mit dem anderen gemein haben. Zu
unterschiedlich sind die Ansätze, Theorien und Herangehensweisen.
Besonders häufig assoziiert mit der Naturheilkunde wird zweifelsohne die Homöopathie. Die
Homöopathie gilt als eine der umfangreichsten Disziplinen aus dem Bereich der Naturheilkunde. Ein jeder, der sich
schon mal mit entsprechender Literatur auseinandergesetzt hat, wird erkennen, dass Homöopathie auch durchaus
wissenschaftlich vorgeht. So ist die Wirksamkeit von Homöopathie statistisch bereits erprobt. Nichts desto trotz
findet sie leider bislang nur marginal (bestenfalls) im Rahmen der Schulmedizin Einsatz. Und das obwohl sie bar von
Nebenwirkungen ist und ohne viel pharmazeutischen Aufhebens durchführbar wäre – aber wahrscheinlich liegt genau da
der Hund begraben. Denn zweifelsohne würde die Homöopathie zwar der Medizin im Sinne der Heilkunde zuträglich sein.
Dem Wirtschaftsgeschehen der Medizin würde sie aber eher schaden (zumindest aus Sicht der Pillendreher).
Jedoch scheint sich erfreulicherweise langsam eine etwas breitere Akzeptanz in der
Bevölkerung für die Ansätze der Naturheilkunde im Allgemeinen und jene der Homöopathie im Speziellen durchzusetzen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Akzeptanz nun auch langsam auf den Sektor der Verantwortlichen überschwappt. Auch
wenn dies Bayer und Co. zweifelsohne nicht schmecken wird.
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